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Der "Medien-Brief" informiert vierteljährlich über Neuigkeiten der Wirtschaftsberichterstattung und den laufenden Wettbewerb des Ernst-Schneider-Preis.
Der Brief kann per E-Mail abonniert werden. (christian.knull@koeln.ihk.de)
Medien-Brief 01-2012
2012: Die Entscheidung der Frauen

Intendantin Dagmar Reim
Zum ersten Mal in der 41-jährigen Geschichte des Ernst-Schneider-Preis der IHKs ist eine Jury mehrheitlich von Frauen besetzt. Neben der Intendantin des MDR, Prof. Dr. Karola Wille, treffen die Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, Bettina Schausten, sowie die Degeto-Chefin und designierte Fernsehdirektorin des BR Bettina Reitze die Entscheidungen in der fünfköpfigen Fernsehjury. Für die anderen Schlussjurys haben unter anderen zugesagt: Dagmar Reim, die Intendantin des rbb, Dr. Arno Balzer, Chefredakteur manager magazin, Klaus Schrotthofer, Geschäftsführer der Zeitungsgruppe Thüringen, Dr. Hendrik Groth, Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung, Manfred Hart, Chefredakteur Bild.de, Daniel Steil, Chefredakteur Focus Online, Thomas Kloß, Chefredakteur DerWesten.de und Thorsten Strauß, der neue Leiter Unternehmenskommunikation der Deutschen Bank. Die Preise werden am 10. Oktober im Berliner ewerk verliehen werden.
Die Sorgen der Bürger
An den in diesem Jahr eingegangenen 1.300 Einreichungen zum Journalisten-Wettbewerb lässt sich ablesen, was die Republik bewegt: Die Bürger sorgen sich um den Euro und den Umgang des Staates mit Steuergeld, sie stellen zunehmend Fragen zum sozialen Ausgleich im System der Marktwirtschaft. Diese Fragen machen sich an der Vermögensverteilung fest, an den Unzulänglichkeiten im „Hartz IV“-System oder an Entlohnungen bestimmter Berufsgruppen wie Paketzusteller. Viele Beiträge thematisieren die Energieversorgung, auch die globale Lebensmittelproduktion wird intensiv hinterfragt.
Theatermann macht Wirtschaftsgeschichte
Als im Januar in einer Sendung des amerikanischen Public Radio enthüllt wurde, dass Apple seine iPhones und iPads in China unter menschenunwürdigen Umständen produzierte, war das Entsetzen groß. Nun kam die überraschende Kehrtwende. Wie Frank Kelleter, Professor für Nordamerikastudien, in der F.A.Z. berichtete, hat der Autor Mike Daisey die Verhältnisse in der chinesischen Fabrik Foxconn frei erfunden. Die populäre Sendung „This American Life“ sendete am 16. März einen einstündigen Widerruf mit einem beklemmenden Geständnis des Autors: Er habe für ein Theaterstück Anekdoten und Gerüchte verdichtet. Der Widerruf kam an dem Tag, als Apple sein iPad 3 vorstellte.
ARD plant „Tageswebschau“
Die ARD will ab Juni eine „Tageswebschau“ anbieten. Das zwei bis drei Minuten lange Format soll auf dem Digitalkanal EinsExtra laufen und online zum Abruf bereit stehen. Mit der Tageswebschau will die ARD junge Nutzer erreichen. Jargon und Perspektiven der Online-Kommunikation sollen eine Rolle spielen. Im Netz gibt es bereits die „Tagesschau in 100 Sekunden“ und eine Smartphone-App, gegen die die Verleger geklagt haben.
Kurz die Welt retten
Die „Wirtschaftswoche“ öffnet sich jungen Lesern. Seit Dezember liegt im Magazin drei Mal im Jahr die „WirtschaftsSchule“ bei. In der ersten Ausgabe ging es um Geld und die Fragen, warum es wichtig ist, woher es kommt, wie Schüler es sparen können oder wie die Börse funktioniert. Die Ausgabe dieses Monats dreht sich um Strom. Die Themen heißen „Kurz die Welt retten“, „Saftige Rechnung“, „Das nasse Gold“.
Mehr Interesse für Politik und Wirtschaft
Mit einem Marktanteil von 1,1 Prozent hat PHOENIX im vergangenen Jahr den besten Wert seit dem Sendestart 1997 erreicht. Damit ist der Bonner Sender Marktführer unter den Informationskanälen. Hohes Zuschauerinteresse weckten Übertragungen aus dem Ausland: 130 Stunden berichtete PHOENIX über die Umbrüche in Libyen, 110 Stunden über Ägypten und 120 Stunden über die Finanz- und Eurokrise. Überdurchschnittlichen Zuspruch erzielten auch die Debatte und die Abstimmung über den Euro-Rettungsschirm im Bundestag. „Das ganze Bild“ erhielten die Zuschauer, so der Sender, durch eine Kombination aus Ereignisberichterstattung, Gesprächen sowie Dokumentationen.
Politmagazine kriseln
„Panorama“ ist das meistgesehene Politmagazin im deutschen Fernsehen. Allerdings rutschte die Sendung 2011 unter die Marke von drei Millionen Zuschauern und büßte damit wie andere öffentlich-rechtliche Politmagazine Zuschauer ein. Die größten Verluste erlitt das ZDF-Magazin „Frontal 21“, jahrelang Marktführer in diesem Segment. Nur noch 2,6 Millionen Zuschauer sahen im Schnitt zu, 2005 kam die Sendung noch auf einen Wert von 3,7 Millionen.
Neue Website der DW
Mit einem neuen Design und neuer technische Infrastruktur, die sich automatisch dem Gerät anpasst, das sie aufruft, will die Deutsche Welle mehr Nutzer im Internet erreichen. Dazu gehört auch eine verbesserte Einbindung von Social-Media-Angeboten. Das vielsprachige, multimediale Angebot ist unter der Webadresse www.dw.de aufrufbar. Intendant Erik Bettermann: „Unser Informationsportal bietet viel Hintergrund und Orientierung“.
E-Books kommen
Mit 8.000 Titeln im Angebot ist die E-Book-Bücherei Skoobe (sprich: Skubi) gestartet. Für 9,99 Euro pro Monat kann man während einer Einführungsphase beliebig viele Bücher pro Monat ausleihen. Hinter Skoobe stehen die Bertelsmann-Unternehmen Arvato und Random House sowie die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Obwohl Skoobe mit 70 Verlagen kooperiert, waren bei einem Test nur drei von 20 Bestsellern im Angebot. Derzeit läuft Skoobe als App für Apples iPad und iPhone. Amazons Angebot an Kindle-E-Books umfasst über eine Million Titel, davon über 60.000 in deutscher Sprache.
n-tv in den schwarzen Zahlen
Dank einer höheren Einschaltquote, eines stärker auf männliche Zuschauer abgestimmten Programms und eines besseren Werbemarktes hat der Nachrichtensender der RTL-Familie im vergangenen Jahr Gewinn gemacht. Ein positives Geschäftsergebnis konnte n-tv davor erst einmal erreichen - als der Börsenboom im Jahr 2000 seinen Höhepunkt erreichte. n-tv geht davon aus, dass der Erfolg verstetigt werden kann. Das Jahr 2012 habe „sehr gut“ begonnen.
Markenchecks sind gefragt
Die ARD setzt im Mai die erfolgreiche Serie „Markencheck“ fort. Das vom WDR etablierte Format portraitiert Unternehmen, deren Produkte jedermann kennt. Dabei hinterfragen die Autoren Kundenversprechen, Preise, Herstellungskriterien und Firmenphilosophie. Nachdem schon Firmen wie Ikea, Aral, Ferrero und Aldi vor manchmal über sechs Millionen Zuschauern getestet wurden, wendet sich das Erste nun dem Getränkehersteller Coca-Cola, der Drogeriekette dm und dem Sportartikelhersteller Adidas zu. Die neuen Folgen sind ab 7. Mai jeweils am Montagabend um 20:15 Uhr zu sehen.
Punkt für den Technikjournalismus
PUNKT, der Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie, zeichnet jetzt auch Multimedia-Formate aus. Stifter des Preises ist die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech. Interessierten können sich in den Kategorien Text, Foto und Multimedia bewerben.
Wirtschaft in den Boulevardmedien
Wie vermittelt der Boulevard Wirtschaftsthemen? Ein Team um den Berliner Professor für Kommunikationspolitik Klaus Beck hat die Frage im Auftrag des Ernst-Schneider-Preis e.V. beantwortet. Im Springer-Verlag ist jetzt das Buch „Wirtschaftsberichterstattung in der Boulevardpresse“ erschienen (ISBN 978-3-531-18615-3 29,50€).
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Kontakt: Christian Knull
Telefon: 0221 1640-157
Telefax: 0221 1640-499
E-Mail: christian.knull@koeln.ihk.de
www. ernst-schneider-preis.de
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